Die langfristige Lösung: Cloud-Tools-Common bei Ubuntu 14.04 LTS

In einem vorherigen Beitrag haben wir ein Problem mit der Ausführung von Aktualisierungen bei Ubuntu 14.04 LTS auf dem Microsoft Azure Cloud Network beschrieben.

Setting up linux-cloud-tools-common (3.13.0-36.63) ...
start: Job failed to start
invoke-rc.d: initscript HV-kvp daemon, action "start" failed.
dpkg: error processing linux package cloud-tools-common (--configure): subprocess installed post-installation script Returned error exit status 1
dpkg: dependency problems preventinfo configuration or linux-cloud-tools-3.13.0-34: linux-cloud-tools-3.13.0-34 depends on linux-cloud tools-common; HOWEVER: Package linux-cloud-tools-common is not configured yet.

Weil wir dieses Problem nicht in den Griff bekamen, haben wir uns an die Linux und Server Communities gewandt, aber leider dort wenig Rückmeldung oder Vorschläge zur Behebung des Problems erhalten. Auch wenn es im Moment noch keine Berichte anderer gibt, die ein ähnliches Problem haben, wurde es offensichtlich, dass es sich in allen existierenden Problemfällen um ein Problem mit Ubuntu auf dem Azure Network zu handeln schien.

Innerhalb kürzester Zeit hatten wir weitere Probleme, als wir versucht haben, Updates durchzuführen oder andere Pakete zu installieren. Diese vermehrten Probleme führten dazu, dass wir auf der am stärksten betroffenen Maschine kein Apache starten konnten – und so befanden wir uns in einer echten Notfall-Situation.

Letztendlich fanden wir dann Hinweise, die uns zu einem workaround führten, durch welches wir das System aktualisiert und vollkommen funktionsfähig halten konnten. Allerdings bedeutete dies, dass wir die Service Config Datei manuell ändern, dann das Update ausführen und schliesslich die Datei wiederherstellen mussten.  Das war immerhin besser als nichts, aber letztendlich sehr arbeitsintensiv und monoton. Seitdem haben wir sehr viel Traffic zu diesem Blogbeitrag mit der Lösung gehabt, und es gab wenig Hoffnung auf eine langfristige Lösung.

Nun ist schon einige Zeit vergangen und wir haben doch endlich einen Kommentar mit einem langfristigen Lösungsansatz erhalten. Hier wurde die Erstellung eines Sym Links vorgeschlagen, der im Wesentlichen ein Alias für die fehlende Datei erstellt und auf eine bestehende Datei zeigt.  Diese Methode schien einen Hoffnungsschimmer zu bieten, aber leider gab es keine genauen Details, wir man das machen könnte. Nach weiterer Recherche auf der Ubuntu Bugs Seite schien es, als ob die fehlenden Datei einfach falsch benannt wurde oder dass das berüchtigte Command  ‘exec /usr/sbin/hv_kvp_daemon’ eigentlich so geschrieben werden müsste: ‘exec /usr/sbin/hv_kvp_daemon.hv-kvp-daemon-init’.

Jedenfalls war uns klar, dass der Kommentar uns schon mal die Richtung eines langfristigen Fixes gewiesen hatte. Also, haben wir nun zwei mögliche Lösungen für einen solchen langfristigen Fix:

Fix 1: Die Umbennung der Datei

  1. Melde Dich in Deinem Terminal an
  2. Führe den folgenden Code aus:
mv /usr/sbin/hv_kvp_daemon /usr/sbin/hv_kvp_daemon.hv-kvp-daemon-init

Durch diese Methode wird die Datei umgenannt in ‘/usr/sbin/hv_kvp_daemon.hv-kvp-daemon-init’ to ‘/usr/sbin/hv_kvp_daemon.hv-kvp-daemon’ und ermöglicht es so, dass ‘hv-kvp-daemon.conf’ erwartungsmäßig ausgeführt wird. Allerdings kann es passieren, dass einige Aspekte des Servers irgendwann doch noch ‘/usr/sbin/hv_kvp_daemon.hv-kvp-daemon-init’ ausführen müssen. Weil diese Datei dann nicht mehr existiert, könnte das Probleme bereiten.

Fix 2: Der Symbolic Link

  1. Melde Dich in Deinem Terminal an
  2. Führe den folgenden Code aus:
ln -s /usr/sbin/hv_kvp_daemon.hv-kvp-daemon-init /usr/sbin/hv_kvp_daemon

Schlußfolgerung

Insgesamt haben wir nun drei verschiedene Lösungsansätze für das Problem, aber jeder davon hat bestimmte Auswirkungen. Die ursprüngliche Lösung, die wir empfehlen, wurde von uns über die letzten zwölf Monate eingesetzt und es wurden hier keinerlei Probleme berichtet. Obwohl diese Methode eine manuelle Bearbeitung von  ‘hv-kvp-daemon.conf’ benötigt, um das Update auszuführen und dann ‘hv-kvp-daemon.conf’ wiederherzustellen, wird hierdurch zumindest das System zurück in den ursprünglichen zustand versetzt. Im schlimmsten Fall muss man das System für einen normalen Start neu starten.

Andererseits bieten die beiden obigen, alternativen Methoden die Möglichkeit, den Fix auszuführen und dann das System in Ruhe zu lassen. Dafür könnte dann irgendwann später mal ein Problem auftreten.  Im Fall von Fix 1: The File Rename, gibt man der Datei einen anderen Namen und damit werden jegliche Serveraktivitäten, die den altern Dateinamen benötigen ein Problem darstellen. Wer weiss, ob und wann dies passieren könnte, und was die Auswirkungen sind?

Der Fix 2: The Symbolic Link bietet all die Vorteile der Umbenennung der Datei aber ohne dass man dies effektive tun muss. Also stehen beide Versionen der Datei zur Verfügung und es sollten hier keine Probleme auftreten.  Allerdings glaube ich mich erinnern zu können, dass Symbolic Links eventuell Probleme bei Dependencies verursachen können, wie z.B. ‘autoremove’. Ich bin sicher kein Ubuntu Experte und habe auch keine spezifischen Details hierzu zur Hand, aber man sollte es nicht völlig vergessen.

Also, der sauberste Fix wird wahrscheinlich durch die Ausführung eines Symbolic Link erreicht. Wenn Du allerdings nicht so ganz sicher – oder noch sehr neu – bei Ubuntu bist, würden wir die manuelle Bearbeitung von ‘hv-kvp-daemon.conf’ empfehlen die in unserem vorangegangen Beitrag erklärt wurde.

Sagt uns über die Kommentarfunktion bescheid, wie Ihr mit den verschiedenen Lösungen für das Problem mit linux-cloud-tools-common zurechtkommt. Wenn Ihr Vorschläge, Ideen oer Fragen habt, lasst es uns wissen.

Phill Healey on BehancePhill Healey on EmailPhill Healey on FacebookPhill Healey on FlickrPhill Healey on InstagramPhill Healey on Linkedin
Phill Healey
[Technical Director]
Phill hat sich schon seit den Kindertagen des Internet mit Design und Erstellung von Webseiten beschäftigt. Als Teenager brachte er sich das Programmieren selber bei und erstellte einen der weltweit ersten Internet Radiosender. Seitdem hat er sich intensiv weitergebildet und auch einige Preise für seine Arbeit in der Webindustrie erhalten. Daraufhin hat er mit verschiedenen Agenturen in Manchester und London gearbeitet und betreibt nun seine eigene Agentur in Bayern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.